Von Matthias Vogel

Wie übermütig dürfen Menschen sein? Mit dieser Frage setzt sich die Jahresausstellung des Erdinger Kunstvereins auseinander. Aus ganz Bayern haben Künstler Bilder eingeschickt, die besten sind im Frauenkircherl zu sehen.

"Turmbau zu Babel - Hybris" so hat der Erdinger Kunstverein seine Jahresausstellung im Frauenkircherl am Schrannenplatz überschrieben. Künstler aus ganz Bayern reichten dazu ihre Werke ein, 24 davon sind seit vergangenem Wochenende ausgestellt. In eindrucksvoller Weise setzten sich die Teilnehmer des Wettbewerbs mit Hybris, dem frevelhaften Übermut, der Selbsterhebung und Vermessenheit des Menschen auseinander.

Dirk Auf dem Hövel, Vorsitzender des Vereins sagte, worauf es der Jury bei der Preisverleihung ankam: "Das Kunstwerk soll über das Thema hinausgehen." Außer dem Wunsch, mit der Jahresausstellung einen Gegenpol zum Höher, Schneller und Weiter der heutigen Zeit zu setzen, verfolge der Kunstverein ein weiteres Ziel: "Wir wollen auch Künstler aus der Umgebung nach Erding bringen."

Bis in den Himmel sollte der Turm zu Babel reichen, so steht es in der Bibel geschrieben. Das Bestreben der Babylonier, dem Herrn gleichzukommen, scheiterte. Er bewirkte, dass niemand mehr den anderen verstand, die Menschen zerstreuten sich in aller Herren Länder. Der Münchner Jörg Schmutterer trifft insofern mit seiner Installation den Nagel auf den Kopf: "Gott straft Hybris mit Sprachverwirrung" heißt sein Glaskasten, durch den von einem über Zeitschaltuhr getakteten Ventilator ab und an Zeitungsschnipsel gewirbelt werden. Die Installation fällt ob der Bewegung auf, viel Raum für Interpretation bleibt nicht.